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Hej, folgende vier Beiträge haben wir für euren Streaming-Start ins Wochenende mitgebracht:
- Staffellauf-Kolumne über die ideale Watchlist
- Unser stacheliger Lieblingsstream: „Eyes Wide Shut“ (1999)
- Fünf handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken
- Überraschung der Woche: Die besten Streams im August
Los geht's mit dem kompletten Magazin!

Authentisch und spartanisch: Die ideale Watchlist
Dobrila Kontiç
Es ist inzwischen das meistgenannte Problem, wenn es ums Streaming geht: Die Titel-Auswahl ist zu groß, wir scrollen uns je nach Anbieter durch eine Unmenge an neuen Eigenproduktionen und einen stetig wachsenden Back-Katalog, bevor wir schließlich immer häufiger aufgeben, gar nichts schauen oder zu Altbewährtem greifen (wie Arabella schon in der Kolumne zum „Comfort Binge“-Phänomen beschrieb). Einem Nielsen-Report von 2019 zufolge dauert dieser quälende und letztlich erfolglose Auswahlprozess acht bis zehn Minuten bei den 18- bis 49-jährigen, während ältere Nutzer*innen schon nach fünf Minuten das Handtuch werfen (Quelle).
[...] Dabei hat doch jeder Streamingdienst eine Funktion, die uns die selbstbestimmte Auswahl bereits erleichtert: die Merkliste! Bevor Du müde abwinkst, eine kurze Testfrage: Könntest Du – ohne reinzuschauen – aufzählen, welche Titel Deine aktuelle Watchlist auf Netflix / Prime Video / Sky etc. enthält? Nein? Geht mir genauso. Um ehrlich zu sein, wusste ich vor der Vorbereitung dieser Kolumne nicht einmal, wie viele Titel ich in diese doch bewusste Vorauswahl gepackt habe. Ganze 129 waren es auf meiner Netflix-Watchlist, die bekanntlich absteigend nach dem „Zuletzt hinzugefügt“-Prinzip sortiert ist. Bei den oberen Reihen wusste ich noch recht genau, wann und wieso Videos dort gelandet sind, aber je weiter ich nach unten scrollte, desto verwunderter war ich: Warum wollte ich die Serie „Sick Note“ schauen? Wieso sind da noch 16 bereits geschaute Titel auf meiner Watchlist? Und was zum Teufel ist „Mucho Mucho Amor“?
🎁 Jetzt den kompletten Staffellauf von Dobrila lesen. Frei für alle.
Entdeckt das Staffellauf-Archiv mit +50 reflektierenden Streaming-Kolumnen.

Lieblingsstream: Eyes Wide Shut (1999)
Leya Lourenco
Stanley Kubrick ist einer dieser Regisseure, deren Werk ich mir nach und nach erschließe, und mit jedem Film werde ich mehr zum Fan. Seine Filme haben einen ganz besonderen Sog, und es fällt mir schwer, ihre Wirkung und die Bedeutung, die ich ihnen zumesse, in Worte zu fassen. Heute will ich es aber trotzdem probieren und über seinen letzten Film „Eyes Wide Shut“ (1999) schreiben.
Der New Yorker Arzt Bill Harford (Tom Cruise) führt mit seiner Frau Alice (Nicole Kidman) eine scheinbar perfekte Ehe. Doch als Alice ihm eine sexuelle Fantasie gesteht, gerät etwas in ihm ins Wanken. Noch in derselben Nacht stürzt sich Bill in eine Odyssee durch die Stadt, die ihn schließlich zu einer maskierten Gesellschaft und ihren Geheimnissen führt.
Regie führte Stanley Kubrick, der das Drehbuch gemeinsam mit Frederic Raphael nach Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ schrieb. Es war sein letzter Film, sechs Tage nach der Präsentation der ersten Fassung starb Kubrick. Sein Tod verleiht dem Werk, das ihm angeblich mehr bedeutete als jedes andere, eine besondere Aura.
Es geht um Klasse und Privilegien, aber besonders um Begehren. Darüber, wie schwer Begehren zu fassen ist. Immer steht etwas im Weg, und manchmal weiß man vor lauter Hindernissen gar nicht, was man eigentlich will. Der Titel bringt das schön auf den Punkt: Sehen und Nichtsehen fallen in eins.
Kubrick erschafft mit „Eyes Wide Shut“ eine Traumwelt. Der Film nutzt die Fähigkeit des Kinos, Wahrheit und Illusion gleichzeitig zu zeigen. Er verstrickt die „wahren“ Geschehnisse mit Traumsequenzen, sodass sich auch die Struktur des Films anfühlt, als würde man sich an einen Traum erinnern wollen, von dem man sich nicht ganz sicher ist, ob er wirklich passiert ist. Genau in dieser Schwebe liegt die Wirkung des Films.
Der Kameramann Larry Smith, der zuvor Oberbeleuchter bei Kubricks „Barry Lyndon“ (1975) und „Shining“ (1980) war, schafft einen unverwechselbaren Look mit warmen Weihnachtslichtern, die eine trügerische Gemütlichkeit erzeugen, dazu wechselwirkende satte Rottöne und eisige Blautöne. Und auch der minimalistische, unheimliche, schon fast sakrale Score von Jocelyn Pook zieht einen tiefer und tiefer in Bills träumerische Nacht.
Ihr könnt „Eyes Wide Shut“ aktuell bei HBO Max streamen. Überprüft die dauerhafte Verfügbarkeit via werstreamt.es.
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Handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken
André Pitz & Leya Lourenco
Wir haben diese Woche hunderte neue Filme, Serien und Dokus gesichtet. Hier sind die fünf Highlights, die wir euch ans Herz legen:
The Card Counter (2021)
Läuft bis 22.09.26 bei 3sat, FSK 16, Dauer: 107 Min., zum Trailer
➜ Schuld-und-Sühne-Drama im Mantel eines Roadmovies
➜ Mittelstück ein losen Trilogie über menschliche und männliche Schuld von Paul Schrader
➜ Der lange Schatten des sogenannten War on Terror reicht auch tief hinein in die Seelen der Täter*innen
Die großen Mythen – Illias und Odysse (Dokuserie, 2016)
Läuft bis 28.02.27 bei Arte, FSK 12, Dauer: ca. 26 Min.
➽ Animierte Doku-Serie, die die großen Sagen der griechischen Mythologie neu erzählt
➽ Von François Busnel, der auch als Erzähler durch die Folgen führt, illustriert mit minimalistischen, stilvollen Animationen
➽ Die perfekte Einführung in die Gründungserzählungen der westlichen Welt und eine gute Grundlage für vor oder nach Christopher Nolans „The Odyssey" (2026)
Im Prinzip Familie (2024)
Läuft bis 22.10.2026 bei Arte, FSK 0, Dauer: 89 Min., zum Trailer
➩ Sozialdoku als Langzeitbeobachtung
➩ Deutscher Dokumentarfilmpreis für Macher Daniel Abma und sein Team
➩ Produziert in kürzester Zeit enorme Empathie inmitten einer hochkomplexen Themenlage
Je Suis Karl (2021)
Läuft bis 10.9. in der ARD-Mediathek, FSK 12, Dauer: 126 Min., zum Trailer
➤ Politdrama über eine junge Frau, die nach einem Terroranschlag den charismatischen Karl kennenlernt und in seinen Bann gerät
➤ Christian Schwochows Berlinale-Beitrag mit Luna Wedler und Jannis Niewöhner
➤ Ein hochaktueller Film über die Sogkraft, die politische Extreme ausüben können
Abteil Nr. 6 (2021)
Läuft bis 20.11.26 bei Arte, FSK 12, Dauer: 101 Min., zum Trailer
➺ Roadmovie auf der Schiene
➺ Großer Preis der Jury in Cannes für Macher Juho Kuosmanen
➺ Berührende Erkundung von Nähe und Freundschaft in einer kalten Welt
💡 Nach diesen Kriterien wählen wir unsere Tipps aus.
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Die besten Streams im August
Ilka Bröskamp

Ob Serienmarathon oder Filmabend – im August lieferten die Streaminganbieter und kostenlos zugänglichen Mediatheken wieder einige spannende Inhalte. Welche Neustarts sich diesen Monat bei Arte, Prime Video, Mubi, HBO Max, Apple TV, MagentaTV, Wow & Sky sowie in der ARD-Mediathek und beim ZDF besonders gelohnt haben, hat Ilka für euch zusammengestellt. Happy Streaming!
➽ Welche Titel habt ihr im August entdeckt? Schreibt uns als Antwort auf diese Mail.
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Bis nächste Woche Freitag!
Happy Streaming,
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