Regie: Hirokazu Kore-eda
Die Unschuld
Die junge Witwe und alleinerziehende Mutter Saori Mugino (Sakura Ando) macht sich Sorgen um ihren Sohn Minato (Soya Kurokawa). Er verhält sich in letzter Zeit etwas seltsam und zieht sich immer mehr zurück. Als sie herausfindet, dass einer der Lehrer ihres Sohnes, Herr Hori (Eita Nagayama), dafür verantwortlich sein soll, stürmt sie aufgebracht in die Schule, um der Sache auf den Grund zu gehen. Durch verschiedene Perspektiven auf die Geschehnisse kommt nach und nach die eigentliche Wahrheit ans Licht...
💯 Shelfd Einordnung von Melanie Eckert
Nach „Shoplifters“ (2018), „La Vérité“ (2019) und „Broker“ (2022) geht es Filmemacher Hirokazu Kore-eda auch in hier wieder um Familie, gesellschaftliche Rollenkonstrukte, Menschlichkeit und die Suche nach der Wahrheit. „Die Unschuld“ (2023), im Original Kaibutsu, also übersetzt „Monster“, ist ein japanisches Coming-of-Age-Drama mit Mystery- und Thriller-Elementen, die einen konstant Miträtseln lassen. Das funktioniert zum einen durch die geheimnisvolle Szenerie der Bilder, die durch den eleganten Schnitt wie Musikeinsatz gezielt für Spannung sorgen. Insbesondere die Erzählstruktur, in der sich die Handlung aus den verschiedenen Perspektiven der Beteiligten entfaltet, trägt zur Mystery des Films bei. Nicht umsonst wurde es als bestes Drehbuch bei den Filmfestspielen in Cannes 2023 prämiert. Was es mit dem beängstigenden Originaltitel Monster auf sich hat, erschließt sich erst gegen Ende des Films für das Publikum. Und zwar auf eine Weise, die einen doppeldeutigen, bleibenden Eindruck hinterlässt, der einen erst schmunzeln lässt, bis er einen bitteren Beigeschmack bekommt, der einen noch nach dem Film begleitet.
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