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Ausgabe 29 vom 21.08.2026

Hej, folgende vier Beiträge haben wir für euren Streaming-Start ins Wochenende mitgebracht:

  1. Staffellauf-Kolumne über den Wert von gemeinsamem Streaming
  2. Unser stacheliger Lieblingsstream: „Once“ (2007)
  3. Fünf handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken
  4. Mehr als Streaming im Zeitgenossen-Podcast

Los geht's mit dem kompletten Magazin!


Lest die Staffellauf-Kolumne

Bring back the Watchparty!

Althea Pappas

Der Umzug in eine neue Stadt bringt die Herausforderung – und das Vergnügen – mit sich, neue Routinen zu kuratieren. Eine dieser Routinen ergab sich, als ich mich im Frühling mit zwei Freundinnen über die bevorstehende dritte Staffel von „Euphoria“ (2019-2026) unterhalten habe. Keine von uns hat sich so richtig darauf gefreut. Der Hype um die zweite Staffel lag immerhin schon vier Jahre zurück. Ich hatte aber gerade meine neue Wohnung fertig eingerichtet und schlug vor, am Tag der Premiere einfach einen Abend draus zu machen: zusammen kochen, essen und danach die erste Folge schauen.

Und so wurde daraus unser wöchentliches Ritual. Aber nicht unbedingt, weil wir „Euphoria“ so gut fanden. Eher im Gegenteil. Von Woche zu Woche regten wir uns mehr über die Staffel auf, sträubten uns nach dem gemeinsamen Dinner schon fast davor, den Fernseher anzumachen. Trotzdem konnte ich diesen einen Abend in der Woche kaum erwarten. Es ging nämlich inzwischen längst nicht mehr nur darum, was auf dem Bildschirm passierte. 

🎁 Jetzt den kompletten Staffellauf von Althea lesen. Frei für alle.

Entdeckt das Staffellauf-Archiv mit +50 reflektierenden Streaming-Kolumnen.


Unser stacheliger Liebling der Woche

Lieblingsstream: Once (2007)

Althea Pappas

Es gibt Filme, die mich mein Leben lang begleiten, über die ich mal mehrere Jahre nicht nachdenke, die aber trotzdem nie ganz mein Herz verlassen. Als vor einigen Wochen der irische Musiker Glen Hansard unerwartet und plötzlich verstorben ist, ist einer dieser besonderen Filme in mein Leben zurückgekehrt. Die Rede ist von „Once“ (2007). 

Wenn Künstler*innen sterben, habe ich die Angewohnheit, ihre Filme zu sehen, ihre Musik zu hören, um ihnen noch einmal in Ruhe zu begegnen. In Gedanken an Glen Hansard habe ich deshalb „Once“ wieder hervorgeholt. Hansard spielt darin einen namenlosen Straßenmusiker, der tagsüber im Geschäft seines Vaters Staubsauger repariert und nachts auf den Straßen Dublins seine eigenen Lieder spielt. Eines Tages lernt er eine junge tschechische Frau kennen – auch namenlos, auch Musikerin, gespielt von Markéta Irglová. Zwischen den beiden entsteht eine Freundschaft, aus der langsam etwas Größeres wird. Doch was die beiden vor allem verbindet, ist die Musik. Sie wissen wenig voneinander, erzählen sich nicht viel. Aber wenn sie zusammen musizieren, scheint plötzlich alles gesagt. Sie schreiben Songs, spielen füreinander und miteinander. Mehr müssen sie nicht tun, um sich zu verstehen und sich näherzukommen.

Dass „Once“ so unmittelbar und echt wirkt, liegt auch an seiner Entstehung. Regisseur John Carney, selbst ehemaliger Bassist von Hansards Band „The Frames“, drehte den Film mit einem winzigen Budget in gerade mal 17 Tagen in Dublin. Gedreht wurde an Originalschauplätzen, teilweise ohne Drehgenehmigungen, mit natürlichem Licht und Handkamera. Dadurch fühlt sich der Film weniger wie ein Spielfilm an als wie ein zufällig eingefangener Ausschnitt aus dem Leben zweier Menschen. Der Film ist nicht groß. Er braucht keine spektakulären Kulissen, komplizierte Plot Twists, nicht mal Namen für seine Hauptfiguren. 

Und dann ist da natürlich der Soundtrack, allen voran „Falling Slowly“, komponiert von Hansard und Irglová. Eines der schönsten Lieder, die ich kenne – und eines der ersten Lieder, das mich mit ungefähr acht oder neun Jahren zum Weinen gebracht hat. Ich glaube, ich habe damals noch gar nicht verstanden, warum mich dieses Lied so berührt. Das Gefühl, das dieses Lied in mir auslöst, ist heute nach wie vor dasselbe. Als ich vor ungefähr zehn Jahren „Once“ als Musical in Toronto gesehen habe, saß ich in einem Theater voller Menschen, die ihre eigenen Gitarren mitgebracht hatten, um gemeinsam mit dem gesamten Saal „Falling Slowly“ zu singen. Es war gleichzeitig komplett kitschig und wunderschön – eine ganz besondere Erinnerung an ein Lied und einen Film, der mich schon so lange begleitet hat. 

Ein kleiner Teil von mir schaut „Once“ also heute noch immer durch die Augen meines achtjährigen Ichs. Er ist für mich längst mehr als ein Film über zwei Straßenmusiker*innen in Dublin. Er ist ein Stück Erinnerung geworden. Und jetzt, nach Glen Hansards Tod, fühlt es sich besonders schön an, ihn wieder hervorzuholen: als Erinnerung daran, dass Kunst einen Menschen ein Leben lang begleiten kann. 

Ihr könnt „Once“ aktuell bei Lionsgate+ streamen. Überprüft die dauerhafte Verfügbarkeit auf werstreamt.es.

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Hier geht's zum Archiv mit +30 Einordnungen unserer Lieblingsstreams.


Auf ins Wochenende mit dem Besten von ARD, ZDF & Co

Handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken

André Pitz & Leya Lourenco

Wir haben diese Woche hunderte neue Filme, Serien und Dokus gesichtet. Hier sind die fünf Highlights, die wir euch ans Herz legen:

Licorice Pizza (2021)

Läuft bis 17.09.26 beim ZDF, FSK 12, Dauer: 133 Min., zum Trailer

Licorice Pizza
Ein Teenager und eine Mittzwangzigerin stoßen zwischen geschäftlichen Abenteuern und wirtschaftlichen Krisen auf ihre erste große Liebe.

➜ Coming-of-Age-Komödie im Kalifornien der Siebziger
Paul Thomas Andersons Film mit den Kinodebütanten Cooper Hoffman und Alana Haim, dazu Bradley Cooper und Sean Penn
➜ Mit viel Herz, Witz und großartigem Soundtrack erzählt der Film über die Graustufen und Uneindeutigkeit der Liebe

Sisi & ich (2023)

Läuft bis 19.09.26 in der ARD-Mediathek, FSK 12, Dauer: 121 Min., zum Trailer

Sisi & ich - Sisi & ich - hier anschauen
Als Hofdame Irma ihren Dienst antritt, verliebt sie sich Hals über Kopf in die mitreißende, freiheitsliebende Kaiserin Sisi, die in Griechenland in einer Art adligen Kommune lebt - umgeben von Frauen, weit weg von Kaiser Franz Joseph.

➽ Feministische Dekonstruktion eines Mythos
Frauke Finsterwalder inszeniert Sandra Hüller an der Seite von Susanne Wolff
➽ Mit fast schon kindlichem Spieltrieb umgesetzte Betrachtung von Geschlechter- und Rollenbildern

Challengers – Rivalen (2024)

Läuft bis 14.09.26 beim ZDF, FSK 12, Dauer: 131 Min., zum Trailer

Challengers - Rivalen
Zwischen den befreundeten Tennistalenten Patrick und Art und der jungen Starspielerin Tashi entwickelt sich über mehrere Jahre hinweg eine leidenschaftliche Dreiecksgeschichte.

➩ Sportdrama trifft auf Dreiecksbeziehung
Luca Guadagninos Hit mit Zendaya, Mike Faist und Josh O'Connor
Guadagnino schraubt Tempo und Spannung immer höher, gleichzeitig stylisch inszeniert und durchaus witzig

Irgendwann werden wir uns alles erzählen (2023)

Läuft bis 27.08.26 in der ARD-Mediathek, FSK 16, Dauer: 124 Min., zum Trailer

Irgendwann werden wir uns alles erzählen - Irgendwann werden wir uns alles erzählen - hier anschauen
Die bald 19-jährige Maria lebt mit ihrem Freund Johannes auf dem Hof seiner Eltern. Die Spannung des Umbruchs liegt in der Luft, als sie zufällig Henner, dem Bauern des benachbarten Hofes, begegnet.

➤ Wendedrama trifft auf Amur fou
➤ Basiert auf dem gleichnamigen Entwicklungsroman von Daniela Krien, die zusammen mit Regisseurin Emily Atef auch am Drehbuch geschrieben hat
➤ Radikale Umwälzungen, Machtgefälle und Obsessionen brechen sich mit dem Fall der innerdeutschen Grenze Bahn

Ewige Jugend (2015)

Läuft bis 01.09.26 bei Arte, FSK 6, Dauer: 115 Min., zum Trailer

Ewige Jugend - Film in voller Länge | ARTE
In einem Kurhotel in den Schweizer Alpen verbringen zwei alte Freunde ihren Sommer: der pensionierte Komponist Fred Ballinger und der Regisseur Mick Boyle. Während sie auf ihr Leben zurückblicken und über Kunst, Liebe und Vergänglichkeit nachdenken, werden alte Überzeugungen herausgefordert. Ein philosophisches Drama von Paolo Sorrentino, mit Michael Caine und Harvey Keitel.

➺ Drama über die Reflexion des Alters
Palo Sorrentino inszeniert einen tollen Cast mit Michael Caine, Harvey Keitel, Rachel Weisz und Paul Dano
➺ Melancholischer Blick aufs Altern und Freundschaft

💡 Nach diesen Kriterien wählen wir unsere Tipps aus.

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Bis nächste Woche Freitag!

Happy Streaming,
Team Shelfd

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