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Hej, folgende vier Beiträge haben wir für euren Streaming-Start ins Wochenende mitgebracht:
- Staffellauf-Kolumne über den Streaminggeschmack als Trennungsgrund
- Unser stacheliger Lieblingsstream: „The White Lotus“ (Staffel 1)
- Fünf handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken
- Darüber diskutieren wir drüben in der Community
Los geht's mit dem kompletten Magazin!

Streaminggeschmack als Trennungsgrund?
Julia Mähl
Neulich habe ich mich im Staffellauf ein bisschen über Hype-Follower*innen ausgelassen. Wer sie gelesen hat, erinnert sich vielleicht noch daran, dass ich darin nicht nur hinterfragt habe, warum mich das stört, wenn alle dasselbe schauen. Sondern auch, dass es für mich ein kleines Downgrade wäre, wenn mein Gegenüber sich lediglich eine Hype-Serie nach der anderen reinziehen würde.
Weil mich das scheinbar nicht ganz losgelassen hat, habe ich mir mal erlaubt, das Ganze etwas weiterzuspinnen. Also bin ich im Kopf ein, zwei Schritte vorwärts gegangen. Oder zurück, wie man es nimmt. Denn erst mal habe ich mich gefragt, ob ich in der Vergangenheit schon mal jemanden zurück in die weiten Dating-Jagdgründe geschickt habe, weil mir der Streaminggeschmack nicht gepasst hat. Glücklicherweise ist die Antwort nein, denn so weit kam es – bisher – noch nicht. Aber – Achtung, steile These – ich würde es tun.
🎁 Jetzt den kompletten Staffellauf von Julia lesen. Frei für alle. Mit einem Recherche-Guide für unsere Mitglieder.
Entdeckt das Staffellauf-Archiv mit +40 reflektierenden Streaming-Kolumnen.

Lieblingsstream: The White Lotus (Staffel 1, 2021)
Leya Lourenco
Der Sommer ist da – und wie! Jedes Kleidungsstück ist zu warm, jede S-Bahn zu heiß und jedes Wassereis nicht kühl genug. Mein Mittel der Wahl: mich zu Hause verkriechen und mir etwas Fernweh abholen. Dafür empfehle ich euch eine meiner liebsten Serien: „The White Lotus“. Mittlerweile gibt es schon drei Staffeln, ich spreche heute über die erste – kontroverserweise meine Lieblingsstaffel.
Kristallklares Wasser, traumhafte Bungalows und rundum Service: Im titelgebenden Resort auf Hawaii erfüllen Manager Armond (Murray Bartlett) und sein Team den wohlhabenden Gästen jeden Wunsch. Die Serie begleitet eine Familie, ein frisch verheiratetes Paar sowie die trauernde Tanya (Jennifer Coolidge), die hier für eine Woche residieren. Eigentlich sollten sie das Resort genießen – aber direkt zu Beginn wird klar: Einer von ihnen wird den Traumurlaub nicht überleben.
Die erste Staffel von „The White Lotus“ (2021) stammt komplett aus der Feder von Mike White, der nicht nur Autor, sondern auch Regisseur ist. Es ist eine Cringe-Comedy mit Mystery-Elementen. Darüber hinaus geht es um Geld und darum, wie es selbst die intimsten Beziehungen korrumpieren kann.
Zentral für die Serie ist nicht unbedingt ihre Handlung, sondern vielmehr die Figuren. Dabei wirken sie erstmal total unsympathisch: ignorant, oberflächlich, man verspürt schon Fremdscham. Trotzdem wachsen einem die Figuren ans Herz, und am Ende ist es ihre Menschlichkeit, die sie nahbar macht. Außerdem sind sie so übertrieben dargestellt, dass sie mich wirklich zum Lachen gebracht haben. Dabei hilft natürlich auch der exzellente Cast.
Generell herrscht die gesamte Staffel über ein weirdes, schon fast diffuses Gefühl. Die Bilder der hawaiianischen Kulisse sowie der besondere Sound schaffen eine Atmosphäre, die ganz dumpf wirkt, fast so, wie wenn einem zu heiß ist.
Dazu kommt einer meiner absoluten Lieblings-Intros of all time. Die Musik von Komponist Cristobal Tapia de Veer entführt uns in eine Welt voller Luxus, ambivalenter Figuren und besonderem Feeling. Passend dazu Dobrilas musikalischer Staffellauf zum Serienstart damals:

Ein absolutes Must-Watch, egal zu welcher Jahreszeit.
Du kannst „The White Lotus“ aktuell bei HBO Max streamen. Überprüfe die dauerhafte Verfügbarkeit via werstreamt.es.
Links zum Weiterbeschäftigen
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Handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken
André Pitz & Leya Lourenco
Wir haben diese Woche hunderte neue Filme, Serien und Dokus gesichtet. Hier sind die fünf Highlights, die wir euch ans Herz legen:
Parallele Mütter (2021)
Läuft bis 30.07.26 in der ARD-Mediathek, FSK 6, Dauer: 115 Min., zum Trailer
➜ Verwobenes Melodram über zwei alleinstehende Frauen, die am selben Tag entbinden
➜ Pedro Almodóvars oscarnominierter Film mit einer herausragenden Penélope Cruz und Milena Smit
➜ Über Mutterschaft und die Frage, ob Glück auf Kosten anderer wirklich glücklich macht
Jackie (2016)
Läuft kostenlos mit Werbung bei Netzkino, FSK 12, Dauer: 100 Min., zum Trailer
➽ Intimes Charakterporträt trifft auf amerikanische Mythenbildung
➽ Dreifach oscarnominierter Film von Pablo Larraín mit einer der besten Performances in der Karriere von Natalie Portman
➽ Zurückhaltendes Drama, das ohne Effekthascherei durch die Gegenüberstellung des Innen und des Außen enorme Spannung erzeugt
Spider-Man: No Way Home (2021)
Läuft bis 07.07.26 beim ZDF, FSK 12, Dauer: 140 Min., zum Trailer
➩ Memebewusster Superhelden-Blockbuster
➩ Spektakulär besetzten Actionkracher, der drei verschiedene Universen mit dem gleichen Helden zusammenführt
➩ Marvel überführt nostalgische Gefühle verschiedener Generationen in ein neues Sammelbecken
Henry Fonda for President (Essayfilm, 2024)
Läuft bis 27.09.26 bei 3sat, FSK 12, Dauer: 185 Min., zum Trailer
➤ Filmischer Essay über die Geschichte der USA
➤ Alexander Horwath wirft einen monumentalen wie akribischen Blick vor allem darauf, mit welchen Mechanismen Geschichte geschrieben wird
➤ Ein faszinierender Beweis dafür, dass sich die Welt eben auch mit Kino erklären lässt
Ich fühl mich Disco (2013)
Läuft bis 17.12 bei Arte, FSK 12, Dauer: 95 Min., zum Trailer
➺ Tragikomödie über einen drolligen Schlagerträumer und seinen Turmspringer-Vater
➺ Axel Ranischs improvisiertes, halb-autobiografisches Indie-Kino mit Christian-Steiffen-Schlagern als Soundtrack
➺ Ein Coming-of-Age-Film zum Fremdschämen und Tränchenverdrücken
💡 Nach diesen Kriterien wählen wir unsere Tipps aus.

Darüber diskutieren wir
Letzte Woche hat sich David geärgert, als ihm der neueste „Spider-Man“-Trailer zu viel verraten hat. Seinen Staffellauf haben wir zum Anlass genommen, um uns in der Community weiter zum Stellenwert der Vorschau-Filmchen auszutauschen. Shelfd Redaktionsleiter André gibt zu Protokoll, dass er eigentlich gar keine Trailer mehr schaut:
man anfängt, darüber nachzudenken, fällt es einem wie Schuppen von den Augen: es gibt einfach viel mehr Filme von Männern, also schaut man auch mehr davon. Drüben in der Community wurden schon Vergleiche zu Büchern gezogen, wo das ganz und gar nicht der Fall ist und man automatisch ausgewogener liest. Shelfd Redaktionsleiter André hat seinen ganzen eigenen Take dazu ergänzt:
„Mir ist das erst vor wenigen Wochen mal so richtig bewusst geworden: Ich schaue gar keine Trailer mehr. Ein Film interessiert mich in erster Linie aufgrund der Macher*innen und deren Stil/Zugängen in Verbindung mit einem speziellen Thema.
Aber ich bin jetzt kein Mensch, der sich im Kino mit Schlafmaske in den Saal setzt, um bloß keinen Trailer sehen zu müssen. (Apropos: Durch die Trailer habe ich gar keine Lust mehr auf Christopher Nolans THE ODYSSEY. Diese bemühte Epik Nolans hat sich bei mir echt totgelaufen.)“
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Bis nächste Woche Freitag!
Happy Streaming,
Team Shelfd


