Foto: United International Pictures (UIP) GmbH
120 Min.
Dauer
16
FSK
Mubi
Plattform

Regie: Spike Lee

Do The Right Thing

Es ist ein extrem heißer Tag in Bedford-Stuyvesant, Brooklyn, einem überwiegend Schwarzen Viertel: Die Temperaturen steigen – und mit ihnen die Spannungen. Im Zentrum steht Mookie (Spike Lee), der für Sals Pizzeria arbeitet, einen italienisch-amerikanischen Familienbetrieb. Was als normaler Sommertag beginnt, mit Nachbarschaftsgesprächen, Musik und alltäglichem Geplänkel, eskaliert langsam, aber unaufhaltsam in offene Gewalt zwischen der Community, Sal (Danny Aiello) und seinen Söhnen sowie der Polizei.
💯 Shelfd Einordnung von Leya Lourenco
„Do The Right Thing” (1989) ist witzig, energiegeladen, aber auch beklemmend – es geht um Gemeinschaft, Rassismus und Polizeigewalt. Spike Lee, der hier nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch schrieb, den Film produzierte und selbst mitspielte, hat für das Projekt bewusst die kreative Kontrolle behalten. Er lehnte andere Filmstudios ab, um den Film genau so umzusetzen, wie er ihn sich vorstellte – und das merkt man in jeder einzelnen Szene. Lee mischt die Genres wie er will, und schafft etwas völlig Eigenes. Schon die Anfangsszene gibt den Ton vor: Rosie Perez tanzt wie in Ekstase zu Public Enemys „Fight the Power", das als wiederkehrendes Motiv wieder und wieder über einen Ghettoblaster spielt. Man merkt direkt, wie viel Energie im Film steckt, und diese Kraft wirkt die vollen 120 Minuten. Die überzeichneten, karikaturesken Figuren bilden das Herzstück des Films: Mookie, Sal, Radio Raheem (Bill Nunn), Da Mayor (Ossie Davis), Mother Sister (Ruby Dee) oder auch Radiosprecher Love Daddy (Samuel L. Jackson) – sie alle sind markant und ambivalent. Keine klaren Helden oder Schurken, sondern Menschen, die miteinander leben, scherzen, sich streiten. Und gerade weil Lee sich die Zeit nimmt, diese Welt mit ihren Figuren zu etablieren, trifft die Eskalation am Ende emotional umso härter. Visuell strotzt der Film vor interessanten Bildideen: knallige Farben, die drückende Hitze des Sommertags, die von Ernest R. Dickerson eingefangene Straßenatmosphäre – alles wirkt lebendig. Die Kameraarbeit ist wirklich kreativ, mit schiefen Einstellungen (Dutch Angle genannt), plötzlichem In-die-Kamera-Sprechen oder einem Vertigo-Shot durch eine Ladentür – man merkt einfach, wie viel Begeisterung für das Kino drinsteckt. Dabei spielt der gesamte Film an einem New Yorker Straßenblock, der fast wie eine Kulisse im Theater wirkt. „Do the Right Thing" gilt bis heute als einer der wichtigsten Filme über Rassismus in den USA – und hat nichts von seiner Aktualität verloren. Der Film bietet bewusst keine einfache „Lösung" an – alle Figuren tragen Liebe und Hass in sich.

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