🎁 Meldet euch kostenlos für unseren Newsletter an, um mit der nächsten Ausgabe vom Shelfd Streaming-Magazin ins Wochenende zu starten. Klickt auf den Button oben rechts oder auf den Schwebebutton unten rechts.

Hej, folgende vier Beiträge haben wir für euren Streaming-Start ins Wochenende mitgebracht:
- Staffellauf-Kolumne über den Wert, den Abspann zu schauen
- Unser stacheliger Lieblingsstream: „Hacks“ (Staffel 1-4)
- Fünf handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken
- Mehr als Streaming im Zeitgenossen-Podcast
- Darüber diskutieren wir drüben in der Community
Los geht's mit dem kompletten Magazin!

Bleibt doch noch kurz sitzen!
Althea Pappas
Ich freue mich sehr, nach einer kurzen berufsbedingten Pause wieder für Shelfd am Start zu sein! Ich habe natürlich fleißig jede Woche die Newsletter meiner tollen Kolleg*innen gelesen, muss aber zugeben, dass ich im Alltagsstress kaum die Zeit gefunden habe, die vielen Empfehlungen selber auszuchecken. Neben Zeitmangel gab es aber noch einen anderen Grund, warum mein Streaming-Verhalten in den vergangenen Wochen und Monaten zurückgegangen ist: Ich habe mein Netflix-Abo gegen ein „echtes“ Kino-Abo ausgetauscht.
Für einen monatlichen Beitrag kann ich unbegrenzt Filme in zahlreichen Programmkinos sehen. Seit meinem Umzug nach Wien im Frühjahr sitze ich deshalb deutlich häufiger im Kinosaal als auf meinem Sofa. Dabei ist mir immer wieder dieselbe Frage durch den Kopf gegangen, die ich mir zu Hause beim Streaming nie gestellt habe: Wann endet ein Film eigentlich? Mit der letzten Szene – oder erst mit dem letzten Namen im Abspann?
🎁 Jetzt den kompletten Staffellauf von Althea lesen. Frei für alle.
Entdeckt das Staffellauf-Archiv mit +45 reflektierenden Streaming-Kolumnen.

Lieblingsstream: Hacks (Staffel 1-4, 2021-25)
Ilka Bröskamp
Werfe ich einen Blick auf meine Lieblingsserien, fällt mir auf: Die Shows, die mich so in ihren Bann ziehen, dass ich am liebsten alle Folgen am Stück binge, sind meist Thriller oder Dramen. Dabei liebe ich Comedy. Viel seltener aber entfalten lustige Feel-Good-Serien dieselbe Sogwirkung. Oft schaue ich sie entspannt nebenbei, statt jeder neuen Folge gespannt entgegenzufiebern. Eine klare Ausnahme und einer meiner absoluten Favoriten der letzten Jahre ist „Hacks“.
Die Karriere der Comedy-Legende Deborah Vance (Jean Smart) neigt sich langsam dem Ende. Mittlerweile residiert sie in Las Vegas, spult an Wochenenden auf der Bühne eines Casinos alte Stand-Up-Programme ab und wirbt nebenbei für diverse Merchandise-Artikel auf QVC. Als ihre Bühnenpräsenz zurückgefahren werden soll, will Deborahs Manager Jimmy (Paul W Downs) ihrem Material neuen Schwung verpassen. Den soll die aufstrebende Comedy-Autorin Ava Daniels (Hannah Einbinder) bringen. Die ist ebenso impulsiv wie idealistisch, findet dank eines kontroversen Tweets und anschließendem Shitstorm in Hollywood keine Jobs mehr und hat so kaum eine andere Wahl als den unliebsamen Auftrag mitten in der Wüste anzunehmen.
Serienschöpfer:innen Jen Statsky, Lucia Aniello und Paul W Downs, die bereits an Comedy-Hits wie „Broad City“ oder „Parks and Recreations“ mitwirkten, werfen mit „Hacks“ einen scharfsinnigen, wahnsinnig amüsanten Blick auf die Comedy-Welt und zeigen, was es für Frauen bedeutet, im sich ständig wandelnden Showgeschäft zwischen Sexismus, Altersdiskriminierung und Konkurrenzdruck zu bestehen.
Im Mittelpunkt der Serie, die in den USA mit der gerade ausgestrahlten fünften Staffel ihr Ende gefunden hat, steht dabei die Beziehung zwischen Deborah und Ava. „Hacks“ lebt von der besonderen Dynamik der beiden Hauptfiguren, die sich nicht – wie man vielleicht erwarten könnte – linear von berufsbedingter Zweckgemeinschaft zu tiefer Freundschaft entwickelt. Stattdessen sehen wir zwei Frauen, die durch ihren Kampf um Anerkennung zueinander finden, viel voneinander lernen können, aber eben auch eigenen Ambitionen folgen, die immer wieder für Konflikte und Brüche in ihrer Beziehung sorgen. Zu dieser gehören gegenseitige Bewunderung genauso wie unerbittliche Machtkämpfe und auf jede Versöhnung folgt ziemlich sicher immer auch ein neuer Verrat.
Der Humor in „Hacks“ ist kein Gag-Feuerwerk, wie man es von klassischen Sitcoms gewohnt ist. Statt Feel-Good-Comedy setzt die Serie auf bissige Dialoge mit pointiertem gesellschaftlichen Kommentar, widersprüchlich gezeichnete Figuren und bittersüßen Sarkasmus.
Ihr könnt die ersten vier Staffeln von „Hacks“ bei RTL+ streamen. Überprüft die dauerhafte Verfügbarkeit via werstreamt.es.
Links zum Weiterbeschäftigen
🔍 Wollt ihr tiefer eintauchen? Wir haben euch die spannendsten Analysen, Interviews und Hintergründe zusammengestellt:
🔒 Alle Links & Analysen in der Mitgliedschaft. Das ist der Unterschied zwischen wissen, dass sich die Serie lohnt und verstehen, warum sie zählt.
Hier geht's zum Archiv mit +25 Einordnungen unserer Lieblingsstreams.

Handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken
André Pitz & Leya Lourenco
Wir haben diese Woche hunderte neue Filme, Serien und Dokus gesichtet. Hier sind die fünf Highlights, die wir euch ans Herz legen:
Apocalypse Now – Final Cut (1979)
Läuft bis 16.07.26 in der 3sat-Mediathek, FSK 16, Dauer: 169 Min., zum Trailer
➜ Epos über den Vietnamkrieg und einen Captain mit einer geheimen Mission
➜ Francis Ford Coppolas Palme-d'Or-Gewinner mit Martin Sheen, Marlon Brando und Robert Duvall
➜ Ein fiebriger Antikriegsfilm, der von Chaos, Gewalt und der dunklen Seite der menschlichen Natur erzählt
Water Lilies (2007)
Läuft bis 02.08.26 in der ARD-Mediathek, FSK 12, Dauer: 81 Min., zum Trailer
➽ Weibliches Begehren keimt vor der Coming-of-Age-Kulisse auf
➽ Regiedebüt von „Porträt einer jungen Frau in Flammen“-Macherin Céline Sciamma
➽ Ein leiser wie intensiver Film, der sein Wirkung durch enorm sensible Beobachtungen von Freundinnenschaft, Eifersucht und Liebe durch eine konsequent weibliche Linse entfaltet
Marathon Man (1976)
Läuft bis 31.07.26 bei X, FSK 16, Dauer: 120 Min., zum Trailer
➩ New-Hollywood-Thriller zwischen Altnazischergen und McCarthy-Trauma
➩ Golden-Globe-Gewinn und Oscarnominierung für Laurence Olivier in einer Nebenrolle
➩ Unter die Haut gehender Paranoiathriller, der die nachhaltig zersetzende WIrkung menschenverachtender Umtriebe freilegt
Heute bin ich Samba (2014)
Läuft bis 27.09.26 bei 3sat, FSK 12, Dauer: 185 Min., zum Trailer
➤ Tragikomödie über einen Senegalesen ohne Papiere, der sich mit Gelegenheitsjobs durch Paris schlägt
➤ Vom „Ziemlich beste Freunde"-Regieduo Éric Toledano und Olivier Nakache, wieder mit Omar Sy – diesmal an der Seite von Charlotte Gainsbourg
➤ Eine warmherzige Geschichte über Bürokratie und die zarte Annäherung zwischen zwei Menschen, die beide neu anfangen müssen
Verblendung (2011)
Läuft bis 18.07.26 beim ZDF, FSK 16, Dauer: 152 Min., zum Trailer
➺ Nordic Noir, erzählt aus den menschlichen Abgründen heraus
➺ Hollywood-Version vom ersten Teil von Stieg Larssons „Millenium“, inszeniert von David Fincher mit Daniel Craig und Rooney Mara in den Hauptrollen
➺ Chirurgisch präzise Erzählung eines kompromisslosen Akts der Selbstermächtigung
💡 Nach diesen Kriterien wählen wir unsere Tipps aus.

Ein Land in Europa, das die meisten nur aus Klischees kennen und das gerade eine Flamingo-Revolution durchlebt. Eine amerikanische Serie, in der 140 Millionen Menschen an einem Tag verschwinden — und niemand je erfährt, warum. Und eine japanische Nudel, die seit 300 Jahren im selben Tokioter Restaurant hergestellt wird. Die neue Folge von „Die Zeitgenossen“ liefert wieder genau das, was Algorithmen nicht können.
Diesmal mit Gästin: Vlorë Krug Kryeziu – LinkedIn-Kulturreporterin, Publizistin, in ihrer Kindheit aus dem Kosovo geflohen. Sie bringt Fatma Aydemirs Roman „Dschinns“ mit: die Geschichte einer Gastarbeiterfamilie, in der der Vater endlich in seine neu ausgestattete Rentenwohnung in Istanbul zurückkehrt – und dort am ersten Tag stirbt. Vier Kinder reisen zur Beerdigung, und mit jedem einzelnen tritt ein anderer Geist ans Licht: verschwiegene Wut, unerzählte Liebe, die stille Herrschaft der Mutter über eine Ordnung, die niemand mehr will. Flore erzählt, warum postmigrantische Literatur in Deutschland endlich den Platz bekommt, den sie in England längst hat.
Christoph Raethke bringt im Gegenzug die Serie mit, die er selbst für eine der intelligentesten der letzten Jahre hält: „The Leftovers“ von Damon Lindelof. Drei Staffeln, 2014 bis 2017, über eine Welt, in der zwei Prozent der Menschheit von einem Tag auf den anderen verschwinden. Und die den Mut hat, nie zu erklären, warum. Christoph erzählt, warum diese Serie nicht die Auflösung sucht, sondern die Frage: Was passiert mit uns, wenn wir nicht trauern können, weil wir nicht wissen, ob wir überhaupt trauern dürfen?
Stefanie Palomino nimmt uns zum Abschluss mit in ihre Küche und zu ihrer neuesten Entdeckung: Sobanudeln – die älteste Nudel Japans, aus Buchweizen. Wir erfahren, warum das für sie das Ende einer langen Suche nach der einen verträglichen Pasta ist, warum sie in Japan als Neujahrsessen die Länge des kommenden Glücks anzeigt und warum man das Kochwasser trinken sollte.
Gerne empfehlen wor euch die neue Folge vom „Die Zeitgenossen“-Podcast, weil ihre Haltung zu unserer passt: Einordnung statt Aufzählung.

Darüber diskutieren wir
Bei Ilka's Liebling „Sorry, Baby“ war schnell klar, dass er Film insbesondere über seine ruhige Erzählung seine Wucht entfaltet. In der Community wollten wir wissen, ob ihr lieber Filme mögt, die sich bewusst Zeit für ihre Geschichte und Figuren nehmen, oder ob ihr doch lieber Stories mit hohem Tempo schaut? Unser Leser Klaus und neuestes Community-Mitglied hat einen schön ausgewogenen Take dazu parat:
Ich gehe seit 1977 (The Spy Who Loved Me) sehr gerne ins Kino und bin erst durch Corona (nicht das Bier) zum Streaming gekommen.
Bestimmte Filme (zuletzt 'Disclosure Day') schaue ich immer noch ganz bewußt und so zügig es geht im Kino um möglichst wenig vom Film vor dem ersten Ansehen zu wissen.
Ich mag beide Arten von Filmen, denn es gibt von beidem sehr gute aber auch weniger gelungene.
Positive Beispiele aus meiner Erfahrung sind z.B. für einen langen Film 'La Belle Noiseuse' (Die schöne Querulantin) in der 4-Stunden-Fassung oder für etwas extrem kurzweiliges 'Indiana Jones And The Temple Of Doom' (...Tempel des Todes), der immerhin ziemlich genau zwei Stunden dauert, aber von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Gas steht ohne auch nur eine Sekunde zu langweilen.
Ich stöbere nicht gezielt nach kleinen Produktionen beim Streaming, schließe sie aber auch nicht aus.
Wenn ich nach unbekanntem stöbere lese ich zunächst die Kurzbeschreibung und schaue danach nach Regisseur und Schauspielern.
Danach als nächstes nach der Bewertung auf IMDb, dann derjenigen auf der jeweiligen Streamingplattform falls vorhanden.
Antwortet ihm hier und teilt eure Vorlieben
Kommt doch auch mit dazu in die kostenlose Shelfd Streaming-Community, wenn ihr euch zum Magazin austauschen und auf neue Gedanken rund um euer Streaming kommen wollt.
💬 🍿 Als Nächstes würde uns brennend interessieren:
Wie wichtig ist es euch, dass eure Lieblingsperson (aka euer Partner oder eure Partnerin) einen ähnlichen Streaminggeschmack hat?
Füllt euren Community-Steckbrief aus.
🎁 Letzte Worte von der Shelfd Redaktion
War ein Inhalt dabei, der euch gefallen hat oder den ihr selbst mochtet? Empfehlt ihn unbedingt an einen Freund oder eine Freundin weiter, die diesen noch nicht kennen. Gemeinsam macht das Entdecken, Schauen und Besprechen doppelt so viel Spaß.
Teilt diese Ausgabe auch super gerne – leitet dafür einfach unsere Mail weiter. Jeder neue Abonnent und jede neue Abonnentin hilft, dass wir mehr Menschen aus dem Algorithmus-Wahn befreit bekommen.
Habt ihr Fragen, Anregungen oder Feedback zum Magazin? Antwortet uns einfach auf diese Mail oder bringt euch in der Community ein.
Bis nächste Woche Freitag!
Happy Streaming,
Team Shelfd


