Es gibt eine Serie, die ich immer wieder gucke und die mich, obwohl ich der angedachten Zielgruppe längst entwachsen bin, trotzdem voll erreicht. Sie gehört nicht nur zu meinen aktuellen Favoriten, sondern ist seit meiner Kindheit mein All-Time-Liebling, den ich damals noch bei KiKA geschaut habe. Und damit zeige ich euch heute einen besonders persönlichen Tipp: „Dance Academy“ (2010–2013).
Die 15-jährige Tara (Xenia Goodwin) wächst auf dem Land auf und träumt von einer Karriere als Balletttänzerin. Als sie einen Platz an der renommierten National Academy of Dance in Sydney ergattert, scheint der Traum zum Greifen nah. Doch schnell merkt sie, dass Talent allein nicht reicht. Zwischen Training, Wettbewerb und dem Leben im Wohnheim muss sie sich behaupten, tänzerisch und privat.
Erdacht wurde die australische Teen-Dramaserie von Samantha Strauss und Joanna Werner. Dass die Serie so nah an ihren Figuren ist, kommt nicht von ungefähr: Head-Autorin Strauss war selbst auf dem Weg zur Profitänzerin. Mit 18 trainierte sie 50 Stunden die Woche, bis eine Rückenverletzung ihre Ballettkarriere beendete und sie zum Schreiben brachte.
„Dance Academy“ ist aber nicht nur Tanzschuldrama und erste Turteleien. Die Serie traut sich an Themen, die für ihre Zeit und ihr Publikum erstaunlich mutig waren: Druck von zu Hause, finanzielle Schwierigkeiten, Essstörungen, Homosexualität, Glaube und das Sich-davon-Entfernen und sogar den Tod. Genau das macht sie für mich so zeitlos.
Dazu bieten die Figuren viel Projektionsfläche. Man würde meinen, in so einer Serie erfüllt jede*r nur einen Prototypen, etwa die*der Gute, die*der Lustige, die*der Antagonist*in. Aber jede Figur hat eine Geschichte, die erklärt, warum sie zu der Person geworden ist, die sie ist, und die sich Folge für Folge entfaltet. Sie sind nicht nur gut geschrieben, sondern machen eine echte Entwicklung durch. Meine Lieblingsfigur Abigail zum Beispiel ist zu Beginn echt gemein – doch nach und nach lernt man ihre empathische, loyale Seite kennen, sodass man ihre Gemeinheiten mit der Zeit sogar nachvollziehen kann.
Ich muss zuletzt noch die tollen Tanzsequenzen und die passende Musik der Serie loben. Und kurz klarstellen: Es bleibt eine Teenieserie. Die Handlung ist eher nachvollziehbar gestrickt, die Dialoge sind nicht besonders vielschichtig. Aber das brauchte die Serie nie. Sie hat mir viel gezeigt – und auch heute schaue ich sie rituell noch einmal im Jahr.
Ihr könnt „Dance Academy“ aktuell bei RTL+ streamen. Überprüft die dauerhafte Verfügbarkeit via werstreamt.es.
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🔍 Wollt ihr tiefer eintauchen? Wir haben für euch die spannendsten Analysen, Interviews und Hintergründe zusammengestellt. Das ist der Unterschied zwischen wissen, dass sich die Serie lohnt und verstehen, warum sie zählt:
Deep Dives & Essays
- 🎦 Videoessay darüber, warum „Dance Academy“ mehr ist als eine Kinderserie (Kay’s Scattered Thoughts/Youtube | 31 Minuten)
- 🎧 In diesem Podcast erzählen die Hauptdarstellerinnen Alicia Banit und Dena Amy Kaplan über ihre Zeit bei Dance Academy und wie sie manche Themen der Serie bis heute beschäftigen (Life Academy, The Podcast/Youtube)
- 💬Essay über die weiblichen Figuren der Serie und warum sie sich klassischen Prototypen verweigern (No Award)
Interviews & Behind the Scenes
- 💬 Ausführliches Interview mit den Schöpferinnen Samantha Strauss und Joanna Werner über Dreh, Nähe zum Cast und warum die Serie in Sydney spielt (Salsa & Tango)
- 💬 Samantha Strauss darüber, wie persönlich die Serie ist und wie viel sie sich im Kinder-TV trauen konnte (ABC News)
- 🎦 Behind the Scenes mit Hauptdarstellerin Alicia Banit (ABC Big Kids/Youtube | 10 Minuten)
