Werfe ich einen Blick auf meine Lieblingsserien, fällt mir auf: Die Shows, die mich so in ihren Bann ziehen, dass ich am liebsten alle Folgen am Stück binge, sind meist Thriller oder Dramen. Dabei liebe ich Comedy. Viel seltener aber entfalten lustige Feel-Good-Serien dieselbe Sogwirkung. Oft schaue ich sie entspannt nebenbei, statt jeder neuen Folge gespannt entgegenzufiebern. Eine klare Ausnahme und einer meiner absoluten Favoriten der letzten Jahre ist „Hacks“.

Die Karriere der Comedy-Legende Deborah Vance (Jean Smart) neigt sich langsam dem Ende. Mittlerweile residiert sie in Las Vegas, spult an Wochenenden auf der Bühne eines Casinos alte Stand-Up-Programme ab und wirbt nebenbei für diverse Merchandise-Artikel auf QVC. Als ihre Bühnenpräsenz zurückgefahren werden soll, will Deborahs Manager Jimmy (Paul W Downs) ihrem Material neuen Schwung verpassen. Den soll die aufstrebende Comedy-Autorin Ava Daniels (Hannah Einbinder) bringen. Die ist ebenso impulsiv wie idealistisch, findet dank eines kontroversen Tweets und anschließendem Shitstorm in Hollywood keine Jobs mehr und hat so kaum eine andere Wahl als den unliebsamen Auftrag mitten in der Wüste anzunehmen.

Serienschöpfer:innen Jen Statsky, Lucia Aniello und Paul W Downs, die bereits an Comedy-Hits wie „Broad City“ oder „Parks and Recreations“ mitwirkten, werfen mit „Hacks“ einen scharfsinnigen, wahnsinnig amüsanten Blick auf die Comedy-Welt und zeigen, was es für Frauen bedeutet, im sich ständig wandelnden Showgeschäft zwischen Sexismus, Altersdiskriminierung und Konkurrenzdruck zu bestehen. 

Im Mittelpunkt der Serie, die in den USA mit der gerade ausgestrahlten fünften Staffel ihr Ende gefunden hat, steht dabei die Beziehung zwischen Deborah und Ava. „Hacks“ lebt von der besonderen Dynamik der beiden Hauptfiguren, die sich nicht – wie man vielleicht erwarten könnte – linear von berufsbedingter Zweckgemeinschaft zu tiefer Freundschaft entwickelt. Stattdessen sehen wir zwei Frauen, die durch ihren Kampf um Anerkennung zueinander finden, viel voneinander lernen können, aber eben auch eigenen Ambitionen folgen, die immer wieder für Konflikte und Brüche in ihrer Beziehung sorgen. Zu dieser gehören gegenseitige Bewunderung genauso wie unerbittliche Machtkämpfe und auf jede Versöhnung folgt ziemlich sicher immer auch ein neuer Verrat. 

Der Humor in „Hacks“ ist kein Gag-Feuerwerk, wie man es von klassischen Sitcoms gewohnt ist. Statt Feel-Good-Comedy setzt die Serie auf bissige Dialoge mit pointiertem gesellschaftlichen Kommentar, widersprüchlich gezeichnete Figuren und bittersüßen Sarkasmus. 

Ihr könnt die ersten vier Staffeln von „Hacks“ bei RTL+ streamen. Überprüft die dauerhafte Verfügbarkeit via werstreamt.es.

🔍 Wollt ihr tiefer eintauchen? Wir haben euch die spannendsten Analysen, Interviews und Hintergründe zusammengestellt:

🔒 Alle Links & Analysen in der Mitgliedschaft. Das ist der Unterschied zwischen wissen, dass sich die Serie lohnt und verstehen, warum sie zählt.

Der Link wurde kopiert!