„Marty Supreme“ (2026) war eines meiner Kinohighlights des bisherigen  Jahres. Ich weiß noch genau, wie ich mich gefühlt habe, als ich aus dem Saal kam: Ich war inspiriert, voll angesteckt vom Tatendrang des Films und der Soundtrack wanderte direkt auf meine Playlist. Als ich gesehen habe, dass HBO Max ihn ins Programm genommen hat, wollte ich euch mit genau diesem Gefühl anstecken.

New York, 1950er Jahre. Marty Mauser (Timothée Chalamet) ist ein junger, talentierter Tischtennisspieler mit einem grenzenlosen Ehrgeiz und dem festen Glauben, für Größeres bestimmt zu sein. Getrieben von diesem Willen setzt er alles auf eine Karte, um sich in der Welt des Tischtennis einen Namen zu machen.

„Marty Supreme“ ist der erste Solofilm von Regisseur Josh Safdie, der sonst gemeinsam mit seinem Bruder Benny inszeniert („Uncut Gems“, „Good Time“). Das Drehbuch schrieb er zusammen mit seinem langjährigen Co-Autor Ronald Bronstein. Es geht um Drive, ums Träumen und seine Kosten, darum, was man alles für seine Leidenschaft gibt und welche enorme Energie daraus entsteht. Das erzählt der Film nicht nur inhaltlich, er strahlt es auch aus, etwa durch das Schauspiel und durch seine Erzählweise.

Denn erwähnen muss man unbedingt die Taktung des Films. Unglaublich dynamisch und energiegeladen, so typisch für Safdie. Man ist permanent am Schauen, ständig entwickelt sich etwas Neues, und man fiebert wirklich mit. Genau das bringt einen so dicht an die Geschichte heran. Und auch durch Timothée Chalamets Leistung, der seiner Rolle eine echte Körperlichkeit verleiht. Sein Spiel liegt nicht nur in den Dialogen, sondern auch darin, wie er sich bewegt, beispielsweise wie er läuft, oder vielmehr schreitet. So transportiert er die Energie des Films mit seinem ganzen Körper.

Obwohl der Film in den 1950ern spielt, setzt Safdie fast durchgehend auf 80er-Synthpop: Alphavilles „Forever Young“, dazu kommen Needledrops von Tears for Fears oder (mein Favorit) The Korgis' „Everybody's Got to Learn Sometime“. Dieser bewusste Anachronismus reibt sich wunderbar mit den Bildern und unterstreicht einmal mehr die Dynamik des Films.

Ihr könnt „Marty Supreme“ aktuell bei HBO Max streamen. Überprüft die dauerhafte Verfügbarkeit via werstreamt.es.

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